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Energie & Technik

Effizienzhaus 40, 55, 70 — was die Stufen wirklich bedeuten

KfW-40, EH 55, GEG-Referenzhaus — die Begriffswelt rund um energieeffizientes Bauen ist verwirrend. Wir bringen Klarheit in die Stufen, erklären die technischen Anforderungen und zeigen, was sich für Bauherren wirklich rechnet.

8 Min Lesezeit Aktualisiert 30.3.2026

Was die Zahl bedeutet

Die Effizienzhaus-Stufe gibt an, wie viel Energie ein Haus im Vergleich zu einem Referenzhaus nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) benötigt. Ein Effizienzhaus 40 verbraucht nur 40 % der Primärenergie des Referenzhauses — und ist damit besonders effizient.

Zusätzlich zur Primärenergie wird der Transmissionswärmeverlust (HT) bewertet: Ein EH-40 darf maximal 55 % des HT-Werts des Referenzhauses haben.

Pflicht vs. Förderung

Gesetzlich vorgeschrieben ist seit 2023 mindestens der GEG-Standard (entspricht ungefähr Effizienzhaus 55). Förderfähig durch die KfW ist 2026 ausschließlich Effizienzhaus 40 (KFN-Programm).

Die früher übliche Stufe „KfW 55" gibt es als Förderprogramm im Neubau nicht mehr. Wer eine Förderung will, muss EH-40-Standard oder besser erreichen — idealerweise mit QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) für die volle Förderhöhe.

Technische Anforderungen an ein KfW-40-Haus

Um die EH-40-Stufe zu erreichen, sind in der Regel folgende Maßnahmen nötig:

  • Außenwand: U-Wert 0,15 W/(m²K) (24 – 30 cm Dämmung)
  • Dach: U-Wert 0,13 W/(m²K) (28 – 36 cm Dämmung)
  • Fenster: 3-fach-Verglasung, U-Wert 0,8 – 1,0 W/(m²K)
  • Wärmebrücken: detaillierter Wärmebrücken-Nachweis nach DIN 4108
  • Lüftung: kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG > 80 %)
  • Heizung: Wärmepumpe als Standard (Luft, Sole oder Wasser)
  • Photovoltaik mit Speicher zur Eigenstromnutzung

Mehrkosten für KfW-40 vs. GEG-Mindeststandard

Gegenüber dem GEG-Mindeststandard kostet ein KfW-40-Haus rund 8 – 15 % mehr (höhere Dämmstärken, bessere Fenster, Wärmepumpe und PV mit Speicher Pflicht). Bei einem 500.000-€-Haus also 40.000 – 75.000 € Mehrkosten.

Diese Mehrkosten werden durch günstigen KfW-Kredit (Zinsvorteil über 10 Jahre: 15.000 – 25.000 €) und niedrigere Betriebskosten (jährlich 800 – 1.500 € Heizkostenersparnis) meist innerhalb von 15 – 20 Jahren amortisiert.

QNG-Siegel: Lohnt sich der Aufpreis?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) hebt die Förderhöhe von 100.000 € auf 150.000 € pro Wohneinheit. Voraussetzung: Nachweis der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus (Ökobilanz, Rückbau, Sozialverträglichkeit).

Mehrkosten für QNG-Zertifizierung: 5.000 – 12.000 € (Honorar Auditor + spezifische Materialanforderungen). Bei 50.000 € Mehrförderung ist die Investition meist lohnenswert.

GEG, EnEV und der historische Kontext

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat 2020 die alte Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst. Die Anforderungen wurden 2023 verschärft und entsprechen heute in etwa der früheren KfW-55-Stufe.

Ab 2025 ist die 65-%-EE-Regel verpflichtend: Jede neu eingebaute Heizung muss zu mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen. Praktisch bedeutet das: Wärmepumpe oder Hybrid-Lösung sind im Neubau Standard.

Häufige Fragen

Was kostet ein KfW-40-Haus mehr als ein KfW-55-Haus?

Im direkten Vergleich rund 3 – 7 % Mehrkosten — also bei 500.000 € Bausumme 15.000 – 35.000 €. Da KfW-55 keine Förderung mehr erhält, lohnt der Sprung auf KfW-40 fast immer.

Brauche ich einen Energieberater?

Für die KfW-Förderung zwingend ja. Ein Energieeffizienz-Experte (EEE) aus der dena-Liste muss Planung und Baubegleitung übernehmen. Kosten: 1.500 – 3.500 €.

Was bedeutet H40, H55 vs. EH40, EH55?

Identische Begriffe. „H40" und „EH40" stehen beide für „Effizienzhaus 40". Die Bezeichnungen werden synonym verwendet.

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