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Recht & Verträge

Bauherren-Versicherungen 2026: Was ist Pflicht, was lohnt sich?

Auf der Baustelle kann viel schiefgehen — vom Sturmschaden am Rohbau bis zum verletzten Nachbarn. Welche Versicherungen Bauherren wirklich brauchen, was Pflicht ist und wo Sie ohne Bedenken sparen können.

7 Min Lesezeit Aktualisiert 12.3.2026

Bauherrenhaftpflicht: dringend empfohlen

Als Bauherr haften Sie für Personen- und Sachschäden Dritter, die durch Ihr Bauvorhaben entstehen — auch wenn ein Bauunternehmer den Fehler gemacht hat. Eine Bauherrenhaftpflicht kostet 80 – 200 € für die gesamte Bauphase und deckt Schadenssummen von bis zu 10 Mio. €.

Pflicht ist die Police rechtlich nicht, aber bei jeder Hypothekenbank de facto Voraussetzung für die Auszahlung. Schließen Sie die Police VOR dem ersten Spatenstich ab.

Bauleistungsversicherung: schützt das Bauwerk

Diese Police schützt vor unvorhergesehenen Schäden am Rohbau (Sturm, Vandalismus, Diebstahl, Konstruktionsfehler). Kosten: 0,3 – 0,8 % der Bausumme — bei 600.000 € also 1.800 – 4.800 €.

In vielen Verträgen mit Generalunternehmern bereits enthalten — prüfen Sie das! Bei Schlüsselfertig-Anbietern oft inkludiert, bei Architektenhäusern selten.

Feuerrohbauversicherung: ab Übergabe Pflicht

Die Feuerrohbauversicherung ist Voraussetzung für die meisten Baufinanzierungen. Sie schützt vor Brandschäden am Rohbau und geht später nahtlos in die Wohngebäudeversicherung über.

Vorteil: Bei der richtigen Versicherungswahl ist die Feuerrohbauversicherung in den ersten 12 Monaten kostenlos — danach wird sie automatisch zur Wohngebäudeversicherung.

Bauhelfer- und Unfallversicherung

Wer Eigenleistung erbringt oder Helfer einsetzt: Meldung bei der Bauberufsgenossenschaft (BG BAU) ist Pflicht — Strafe bei Unterlassung bis 50.000 €. Die BG-BAU-Beiträge bemessen sich nach geleisteten Helferstunden.

Eine private Bauhelfer-Unfallversicherung ergänzt sinnvoll, da die BG-BAU nur Mindestleistungen abdeckt. Kosten: 50 – 150 € pro Helfer.

Wohngebäudeversicherung ab Einzug

Spätestens mit Einzug muss eine Wohngebäudeversicherung bestehen. Sie schützt vor Sturm, Hagel, Brand, Leitungswasser und Elementarschäden (separat zu vereinbaren).

Faustregel Beitrag: 200 – 600 € pro Jahr für ein normales Einfamilienhaus. In Hochwasserschutzzone deutlich höher.

Verzichtbare Versicherungen

Nicht jede angebotene Police lohnt sich. Folgende Versicherungen können Sie meistens streichen:

  • Baugewährleistungsversicherung — meist durch BGB-Mängelhaftung abgedeckt
  • Restschuldversicherung der Bank — überteuert, lieber separate Risiko-Lebensversicherung
  • Garantieverlängerungen auf einzelne Bauteile (Wärmepumpe, PV)

Häufige Fragen

Wann muss ich die BG BAU melden?

Innerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Eigenleistung. Das gilt auch, wenn nur Familie oder Freunde unentgeltlich helfen.

Sind Möbel im Rohbau versichert?

Nein, die Bauleistungsversicherung deckt nur das Bauwerk selbst, nicht eingelagerte Gegenstände.

Reicht eine private Haftpflicht für die Baustelle?

Nein. Die private Haftpflicht schließt Bauherren-Risiken explizit aus. Sie brauchen eine separate Bauherrenhaftpflicht.

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